Rehband
WAS IST EIN BÄNDERRISS AM SPRUNGGELENK?
Ein Bänderriss ist die häufigste Bandverletzung des menschlichen Körpers. Durch das Umknicken des Fußes werden die Außenbänder am Sprunggelenk überdehnt und können je nach Schweregrad sogar reißen. Diese aus festem Bindegewebe bestehenden Bänder bilden die Verbindung zwischen den einzelnen Knochen und stabilisieren das Gelenk. Da die meisten Außenbandverletzungen während der Beugung des Fußes nach unten geschehen, ist in 65% der Fälle das vordere Außenband (Lig. talofibulare anterius) betroffen. Es wird gefolgt vom mittleren Außenband (Lig. calcaneotalare interosseum), das mit 20% betroffen ist, und dem hinteren Außenband (Lig. fibulocalcaneare). Studien zeigen, dass es oft zu einem Bänderriss kommt, wenn ältere Verletzungen am Sprunggelenk nicht vollständig auskuriert wurden. Verminderte Balance und Koordinationsfähigkeit im Sprunggelenk können eine weitere Ursache sein.
Woher kommen die Schmerzen?
Bei einem Bänderriss kommt es je nach Schweregrad der Verletzung aufgrund von Wassereinlagerungen und Hämatomen (blauer Fleck) zur Schwellung des gesamten äußeren Knöchels. Gerade bei Bewegungen und Gewichtsbelastungen treten starke Schmerzen auf, welche durch die Schwellung, Überdehnung oder die Risse verursacht werden.
Was kann ich dagegen tun?
Es wird zwischen konservativer und operativer Therapie unterschieden, wobei festzustellen ist, dass die Langzeitergebnisse vergleichbar sind, jedoch ist die Rehabilitationszeit bei konservativer Behandlung deutlich verkürzt. Dabei wird das verletzte Sprunggelenk in eine feste Bandage gelegt, soll aber so schnell es geht wieder frühfunktionell ohne Gewichtsbelastung bewegt werden. Bei einer operativen Versorgung werden die gerissenen Bänder genäht, was aber heutzutage kaum noch der Fall ist.
Im Akutfall wird die PECH-Regel (P=Pause, E=Eis, C= C(K)ompression, H= Hochlagerung) angewendet. Nach ca. 48 bis 72 Stunden sollte wieder mit leichten Bewegungsübungen ohne Belastung begonnen werden, um den Bewegungsumfang des Sprunggelenks wiederherzustellen. Nachdem die Schwellung am Knöchel abgeklungen ist, kann das frühfunktionelle Bewegen des Sprunggelenks beginnen. Dies findet ohne Gewichtsbelastung statt und kann schrittweise erhöht werden. Ein Training auf instabiler Unterlage zur Verbesserung der Koordination ist besonders geeignet für den Wiederaufbau und die Stärkung der Muskulatur.
Das Risiko einer erneuten Verletzung nach einem ersten Bänderriss ist deutlich erhöht. Daher ist das Tragen einer Bandage während der Sportausführung sehr wichtig, um einem weiteren Bänderriss vorzubeugen.
Geschrieben von: Inge von Olfers




